Es gibt fast nichts, was einer keramischen Glasur nicht zugesetzt werden kann: Organische Stoffe in Form von Aschen oder Erden, anorganische Stoffe wie Steine oder Metalle in gemahlener Form. Fast alles, was für einen Menschen in seinem Leben von Bedeutung ist, lässt sich zu einer Glasur verarbeiten. Die Ackererde, die der Großvater sein Leben lang gepflügt hat – ein Ast vom Lieblingsbaum – Steine, die man in Neuseeland aufgelesen hat – der Stapel an Zeichnungen, die während des Kunststudiums entstanden – der verstorbene Sittich, der immer da bleiben soll ... All dies und vieles andere kann zu einer Glasur verarbeitet und schließlich einem keramischen Gefäß oder Objekt aufgeschmolzen werden.

 

Die Technik, eine keramische Glasur aus organischen und anorganischen Substanzen herzustellen, ist nicht neu – im Gegenteil: Seit Jahrtausenden werden Mineralien und Aschen für die Rezeptur von Glasuren genutzt, sei es als Grundstoff wie etwa Quarzmehl oder als feine Beimengungen, um die Glasur zu färben oder bestimmte Eigenarten zu erzeugen.

 

Neu bei 1280 Grad ist nun die Individualisierung der Glasur. Ein Objekt mit einer solchen Glasur manifestiert die Erinnerung an einen Ort, eine Situation, eine Person.

Seit vielen Jahren verwende ich diese Art von Glasuren – meist auf Teeschalen, da in deren Gebrauch der Kontakt zwischen Mensch und Objekt sehr direkt ist.